„Rebooting the News“ – Wie die Bestie zum Umbruch führt

New York, 29. März – Schon viele Menschen haben sich mit der Entwicklung der Medien beschäftigt. Es ist ein Gebiet, das sich ständig wandelt und unser Leben damit maßgeblich beeinflusst. Medien- Professor und Blogger Jay Rosen ist einer von ihnen. In einem Interview mit dem  Debattenforum „Vocer“ verriet er, warum gerade der Nutzer in der Medienwelt der Zukunft eine große Rolle spielt.
Der Schöpfer des wöchentlichen Podcasts „Rebooting the News“ hat ein Hauptanliegen: Seiner Meinung nach muss die Medienwelt neu geordnet werden. „Die meiste Zeit sind wir doch damit beschäftigt, eine Bestie zu füttern“, sagt er geradeheraus. „Die Zeitung muss nachts gedruckt werden, es gibt einen Redaktionsschluss, die Nachrichten müssen um 18 Uhr gesendet werden. Wenn dann aber das Internet der neue Produktionsgott wird, dann fallen all die Routinen in sich zusammen und müssen neu geschaffen werden.“
Ein Neubeginn also, der Veränderungen nach sich zieht. Für Jay Rosen gibt es vor allem drei Aspekte, die dabei Potential bieten. „Ein wichtiger Punkt ist die Vermeidung von doppelter Arbeit. Mein Freund Jeff Jarvis sagt: ‚Tu selber, was du am besten kannst, und verlinke zum Rest.‘“ Zudem sei es wichtig, dass der Nutzer in den journalistischen Prozess miteinbezogen werde und man den sogenannten Nischenjournalismus beachte. „Inzwischen ist es viel einfacher geworden, neue Dinge zu kreieren und das buchstäblich über Nacht. In der Medienbranche hat dies die Kreativität enorm gesteigert.“
Welche Bedeutung der Nutzer im Mediensystem hat, konnte Rosen in eigenen Experimenten genauer verfolgen. Er arbeitete mit ihnen zusammen und sagt selbst, dabei eine Menge gelernt zu haben. „Die wichtigste Lektion kann man als die 1-Prozent-Regel bezeichnen.“ Demnach würden von nur 10 von 1000 Nutzern einer Website regelmäßige Beiträge liefern, „auf die man zählen kann“.
Zudem spiele die „Ergonomie der Nutzerbeteiligung“ eine Rolle: Das Anpassen der Medien an die Lebensgewohnheiten der Nutzer.
Dieser Punkt ist Rosens Schlusswort und gleichzeitig ein Appell an die agierende Journalistengeneration: „Wir müssen besser darin werden, unsere Aufforderungen zur Beteiligung so zu formulieren, dass es für die Nutzer auch Sinn macht.“ (KB)

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