Pokémon X und Y

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Endlich ist es so weit!
Ungefähr ein Jahr nach der Veröffentlichung der Editionen Weiß und Schwarz 2 erschien am 12. Oktober die neue Pokémon-Generation.
X und Y heißen Nintendos frisch auf den Markt gekommene Goldstücke. „Was, keine neue Farbe?“, werden sich einige fragen. Nein. Namentlich wird mit alten Traditionen gebrochen. Und auch konsolenmäßig hat man mit dem ersten 3DS-Spiel der Serie eine Veränderung gebracht. Ob dies auch für Bereiche innerhalb gilt, soll im Folgenden geprüft werden.

Der Anfang

X und Y beginnen, wie es bei Pokémon üblich ist: Man erwacht in seinem Zimmer, weiß, dass Mutter unten wartet und ist bereit, sich im Labor des Professors seinen Starter auszusuchen. Sobald man aber die kleine Figur mit einem Pikachu-3DS in der Hand und noch im Pyjama vor den Spiegel stapfen lässt, um kurz darauf in relativ stylischen Klamotten auf Reisen zu gehen, ist klar, dass nicht nur die einzelnen Pokemon weiterentwickelt wurden. Mutter ist natürlich nach wie vor da, was täte man auch ohne sie, aber das nächste Stocken wartet bereits draußen. Kein Labor im Dorf, obwohl uns doch im Vorspann ein unerwartet junger Professor begrüßt hatte und uns ein Abenteuer versprach. Stattdessen erschließt sich uns ein ungewohnt großer Freundeskreis, der mehr als nur einen Übungskampf verspricht und den Herstellern die Möglichkeit bietet, auch Pokémon-Neulinge gebührend ins Gameplay einzuführen.

Das Gameplay

Schnelligkeit ist die neue Pokémon-Devise.
Von Anfang an hat man die Fähigkeit zu rennen und erhält mit der Zeit mehr als nur ein Item, das zur beschleunigten Fortbewegung beiträgt.
Überraschend sind bei diesem Punkt vor allem die unglaublich anschaulichen Kämpfe. Nicht nur der Duellbeginn, zu dem wir lediglich den Schatten unseres Gegenüber sehen können, macht das Forschen im hohen Gras spannend. Auch all die Animationen, die insbesondere den Elementarattacken schmeicheln, tragen dazu bei. Das beste daran: Von Zeitverzögerungen kann hier keine Rede sein! Attacken gehen nahtlos ineinander über, wodurch ein fließender Ablauf bis zum nächsten Befehl gewährt wird. Schmerzlich erinnert man sich nach dieser Erfahrung an frühere Editionen, bei denen auch nach Abschalten der Animationen kaum Besserungen zu beobachten waren.Yveltal-Pokemon-X-and-Y_1024x768
Wunderbar einfach und angenehm schnell verhält es sich auch mit dem Kontakt zu anderen Spielern. Die Zeit bis zum ersten Kampf/Tausch per Internet wurde angepasst und ist nun bereits nach dem ersten neben dem Starter gefangenen Pokémon möglich.
Was das Fangen anbelangt wird es geübte Sammler freuen, dass die PC-Boxen von Anfang an frei zugänglich sind; auch, wenn noch kein PC besucht wurde.
Zusätzlich bietet sich jedem die Möglichkeit, nach dem Verbinden mit dem Internet international zu agieren.
Das PSS (Player Search System) eröffnet dabei eine Community, in der man Nachrichten übermitteln, kämpfen, tauschen und andere über eigens entwickelte Promo-Videos auf sich aufmerksam machen kann.
Die Pokémon der verbundene Leute kommen einen bei einem zweiten Gadget, dem PokéMonAmi besuchen, und hinterlassen von Zeit zu Zeit kleine Geschenke, mit denen man Dekorieren und Füttern kann. Im Fokus steht dabei natürlich das eigene Team. Kleine Minispiele, Streicheleinheiten und kleine Naschereien stärken die Freundschaft und sind nicht nur für junge Spieler eine niedliche Abwechslung zur fortlaufenden Storyline.
Gadget Nr. 3 ist das Supertraining. Neben einem optimierten EP-Teiler, der dafür sorgt, dass alle Pokémon im Team die Hälfte der vom Kämpfenden gewonnen EP erhalten, ist es die optimale Möglichkeit, seine Lieben zu trainieren und damit zu guten Kämpfern zu machen. Schneller als gewohnt, versteht sich.

Das Aussehen

Pokémon X und Y präsentieren sich komplett überholt: Die pure 2D-Optik, die die Spiele prägte, ist verschwunden und macht einer Grafik Platz, die im ersten Moment eher an Animal Crossing erinnert. Unterstützt wird diese natürlich mit dem in der Gaming-Welt aktuellen 3D. Es tritt in den Kampfszenen auf und ist, im Gegensatz zu vielen anderen Versuchen, sehr gut umgesetzt.
Die neue Gestaltungsart macht vieles möglich. Einige werden sich sicher erst daran gewöhnen müssen, da es vor allem durch die Perspektivenvielfalt einen großen Unterschied zum bisher Erschienenen darstellt. Spätestens wenn man durch ein Labyrinth oder eine hohe Wiese läuft, wird man den Reiz dieser Möglichkeiten jedoch lieben lernen.
Xerneas-Pokemon-X-and-Y_1024x768Viele wird freuen, dass die Spielfigur erstmals freier gestaltet werden kann, indem von Anfang an drei in der Farbgebung unterschiedliche Erscheinungsbilder zur Auswahl stehen. Abgerundet wird die neuerliche Funktion der Selbstbestimmung von weiteren Überraschungen im Laufe des Spiels, die die Figur nach und nach zum persönlichen Ich werden lassen.
Auch die Pokémon selbst haben sich natürlich verändert. Sie wurden erstmals durchgehend animiert und können durch den bereits erwähnten PokéMonAmi näher betrachtet werden als je zuvor. Wer die Artenvielfalt schätzt, wird seine Freude an vielen neuen Wesen haben. Sehr schön ist hierbei vor allem auf einen guten Generationenmix geachtet worden. Von Anfang an mischt sich alt mit neu und sorgt so dafür, das frühere Poké-Erlebnisse schnell wieder lebendig werden.

Fazit

Die Serie ist gereift und schafft es mit vielen Neuheiten mal wieder, die Spieler in seinen Bann zu ziehen. Das wohlbekannte Spielgefühl stellt sich nach eingehenden Beobachtungen des neuen Designs eher ein, als man es am Anfang vielleicht erwartet.
Spätestens, wenn man das erste Mal speichert und merkt, dass der Spielstand schneller niedergeschrieben ist, als man gucken kann, spürt man den Fortschritt und freut sich schon darauf, das nächste Mal den DS anzuschalten, um weiterzuforschen.

Eine gelungene Edition, die die klassische Pokémonreihe durch Liebe zum Detail einen großen Schritt nach vorn katapultiert!

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Nachtrag, 07.11.13:

Trotz all des Lobes folgt, dem Motto gemäß, auch schnelle Kritik, denn: Jeder Pokémonerprobte wird sich fragen, wo in diesem Spiel wohl die Storyline ist. Ungefähr 40-50 Stunden nach Beginn des Abenteuers ist es schon wieder vorbei. Dem Spieler bleiben nur noch die Aufgaben, den Pokédex zu vervollständigen und blinkende Steine in der immerhin ausreichend gedehnten Region Kalos zu finden. Ein Kontrastprogramm im Gegensatz zu den tollen Geschichte von Schwarz/ Weiß 1/2.
Auch andere Mängel haben sich nach und nach bemerkbar gemacht.
Viele frühere Inhalte, seien es Pokémonwettbewerbe oder brillante Trainingsorte wie der Weiße Wald, fehlen und können auch durch Trainer-Promos und eine riesige, dadurch leider unübersichtliche, Hauptstadt mit vielen Aktionsmöglichkeiten nicht ersetzt werden. Hinzu kommen Kleinigkeiten wie zB die Pension, in der man nach wie vor keinen Blick auf die eigenen Pokémon erhaschen kann oder das Wackelgras, das einen auch aus Trainingsmonotonie im Freien retten konnte.
Es bleibt nun abzuwarten, ob baldige Updates zur Ausbesserung beitragen können.

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