Rival Sons am 26. Februar im Docks

Die Söhne der Hard-Rock-Götter

Ende Februar wurde es Zeit, dem Rock ‘n‘ Roll in Reinstform zu huldigen: Die Rival Sons luden zum Konzert ins Docks. Mit ihrem aktuellen Album Hollow Bones im Gepäck spielten die Posterboys mit viel Energie und Frische auf und brachten eine gute Prise kalifornischen Glamour in die Hansestadt.

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Ein Konzertbericht von Gernot Preusser

Die Entwicklung einer Band mitzuverfolgen, kann sich in einigen Fällen wirklich lohnen – vor allem, wenn es einen wunderbaren Live-Abend zur Folge hat. Nachdem die Rival Sons vor Kurzem noch im Vorprogramm von Black Sabbath zu sehen und zu hören waren, hatten sie nun endlich Gelegenheit, sich als würdiger Headliner für eine Rock ‘n‘ Roll-Show zu beweisen. Im fast ausverkauften Docks, in dem zuerst der Musikpoet und Geschichtenerzähler Derrick Brown seine von bluesiger Musik begleiteten Lyrics zum Besten gab, bat das Teatro Fiasco der Hardrocker aus Long Beach zu einem eindrucksvollen Gitarren-Tanz.

WhatsApp Image 2017-05-02 at 13.25.25Spätestens seit ihrem Vorgängeralbum Great Western Valkyrie und Singles wie Keep On Swinging oder Electric Man haben sich die Rival Sons mit ihrem Blues-Rock endgültig einen Namen gemacht, der nicht nur Fans alter Hard-Rock-Ikonen wie Deep Purple oder Black Sabbath anspricht. Ihr aufpolierter Sound und die emotionalen Tiraden von Sänger Jay Buchanan sind zu Markenzeichen geworden, die durchaus zeitgemäß daherkommen und damit auch junge Fans mitnimmt, was sich im buntgemischten Publikum im Docks widerspiegelte.
Doch so wunderbar sich der groovige Sound auf Platte auch genießen lässt – noch vor einiger Zeit hatte die Band nicht unbedingt den Status von Performance-Profis. Die Kalifornier um Frontmann Buchanan und Leadgitarrist Scott Holiday standen zwar für ihre intensiven und schweißtreibenden Shows, zeigten sich jedoch auch introvertiert und wenig kontaktfreudig gegenüber dem Publikum. Umso schöner war daher zu sehen, dass die Amerikanern zu fähigen und charismatischen Showmännern gereift sind.

Die Setlist wartete mit einer gelungenen Mischung aus alten Klassikern und neuen Songs des aktuellen Albums Hollow Bones auf, mit dessen gleichnamigem Titelsongs die Rival Sons in ihre wilde, energiegeladene Show starteten. Man merkte den Kaliforniern an, dass sie Lust auf diese Headlinershow hatten. Spätestens nach Open My Eyes war der Bann gebrochen und die Sons schlugen mit ihrer cool, aber auch intensiv vorgetragenen Show das Publikum in ihren Bann.
WhatsApp Image 2017-05-02 at 13.25.45Immer auf der Bühne dabei: Das richtige Outfit. In Sachen Stil und Glamour macht der 2008 gegründeten Band sowieso kaum jemand etwas vor. Die Lederjacke sitzt perfekt, die Sneaker stechen ins Auge und die Boots würden jedem Bösewicht in einem Tarantino-Western zur Ehre gereichen – ganz zu schweigen von Scott Holidays markanter Barttracht.

Zur stilsicheren Optik gesellte sich schließlich noch der hervorragende Sound im Docks dazu, der perfekt zur Spielfreude der Band passte, deren druckvoll vorgetragener, vom mächtigen Gitarren-Overdrive bestimmter Klang einwandfrei vom groovigen Zusammenspiel von Bass und Schlagzeug zusammengehalten wurde. Jay Buchanan lief dabei zur Höchstform auf und erging sich auch in balladesken Songs wie Where I’ve Been in kunstvoll vorgetragenen, emotionalen Gesangeskapaden, die sich vor Vergleichen mit dem legendären Robert Plant von Led Zeppelin nicht scheuen müssen. Die Setlist hatte eine gesunde Dynamik, die genug Luft zwischen harten Rockern ließ und mit Hollow Bones Pt. 2 und Keep On Swinging würdig abgeschlossen wurde.

Und so wurde ein im Geiste der Hard-Rock-Götter stehender Abend so eindrucksvoll beendet, wie er begonnen hatte. Die Rival Sons haben dabei bewiesen, dass sie weit mehr sind als die aktuellen Posterboys des Rock ‘n‘ Roll.

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