Meine Festivalsaison 2016

Ein Heimspiel als Festivalsommer

Wenn der Sommer beginnt, steigt bei Festivalgängern die Vorfreude auf sorglose Wochenenden voll guter Musik. Und vor allem in diesem Jahr hatte ich große Pläne. Sie hätten gelingen können, wenn mich nicht zwischendurch unumgängliche Details des Studentenlebens ereilt hätte. Auf dem Hamburger Großmarkt komme ich dieses Wochenende trotzdem noch auf meine Kosten – vor allem aufgrund einer Band, die sich durch meine diesjährige Festivalliste zog.

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©Katharina Börries, 2014

Die Pläne waren stark, aber Geldbeutel und Terminplanung leider zu schwach. Ja, es gab in diesem Jahr wirklich Festivals, für die ich Himmel und Erde in Bewegung setzen wollte.
Angefangen mit dem Out & Loud, das vom 08. bis 10. Juli in Geiselwind stattfand. Neben meiner Lieblingsband Delain spielten dort auch noch drei weitere Bands, die mein Herz jedes Mal höher schlagen lassen, wenn ein Live-Termin ansteht: Epica, Powerwolf und die seit einer gefühlten Ewigkeit auf Festivaltour umherstreifenden Within Temptation. Abgesehen davon, dass all diese Bands seit Jahren – teilweise sogar seit sehr vielen Jahren – einen wichtigen Teil meiner Musiklandschaft ausmachen, habe ich sie schon alle mehrmals live gesehen und wurde dabei nie enttäuscht. Egal ob als Festivalact oder Headliner auf eigener Tour: Ein Konzertfan weiß irgendwann, auf wen er sich verlassen kann.
Doch wo liegt eigentlich Geiselwind? Diese Frage konnte ich Nordlicht trotz Familienbanden in Unterfranken nicht beantworten. Und als mich niemand begleiten wollte, ich mangels eines Autos in der Festivalgruppe fragte und sich daraufhin nur ein Herr meldete, den ich natürlich vorher nicht kennenlernen konnte, legte ich meinen so erhofften Saisonknaller wehmütig ad acta.

Ähnlich verhielt es sich mit dem Rock in Vienna. Dieses fand bereits Anfang Juni statt. Als ich mit zwei Freunden während eines Kurztrips durch die österreichische Hauptstadt lief, fiel es mir schwer, an den Plakaten vorbeizulaufen. Ich war so aufgeregt, als ich das Line-Up sah. Rammstein als Headliner, die schon 2013 auf dem Wacken einfach Spaß gemacht hatten. Eisbrecher. ApocalypticaBabymetal, umstritten aber interessant und in meinen Augen auf jeden Fall einen Festivalbesuch wert. Wieder Powerwolf und mein vierter female-fronted Alltime-Favorite Nightwish. Plus all der anderen Bands bei denen ich dachte: Wenn du schonmal da bist, nimmst du die gleich mit.
Zu schade, dass ich mich einige Monate zu früh in Wien befand. Und dass dadurch in Hinsicht auf Studentengehälter ein weiterer Besuch in naher Zukunft auszuschließen war.

Mein Herz weinte. Kein Festival für mich? Bereits 2015 war nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Ich hatte mir erstmals das Hurricane angeguckt, was mich so verschreckte, dass ich nie wieder dorthin wollte. Und nachdem es dort schon geregnet und ich gefroren hatte, lieferte ich mir kurz darauf die große Wackener Schlammschlacht. Schon bei der Ankunft zogen acht starke Menschen mich und meinen froschgrünen Lupo aus dem Schlamm. Gut, dass wir auf dem VIP-Platz bei der Presse standen. Zwar habe ich nie eins der Fotos gesehen, aber ich wette, mein kleines Auto machte mit seiner leuchtenden Farbe mitten im Dreck eine gute Figur. Doch aufgeben kam natürlich nicht in Frage. Wie schon Goethe schrieb:

Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah,
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da.

Und mein Festivalglück liegt dieses Jahr tatsächlich direkt an meinem Wohnort Hamburg.

Am kommenden Wochenende wird zum vierten Mal das Elbriot auf dem Gelände des Hamburger Großmarktes stattfinden. Bereits letztes Jahr wollte ich dabei sein, um unter anderem mit Blues Pills und Kvelertak die Musik zu feiern – doch die beschriebenen Wetterbedingungen hatten mich leider so ausgeknockt, dass ich mich erst zu spät kümmern konnte.

Daher werde ich dem Hamburger Festival dieses Jahr meinen ersten Besuch abstatten. Ich glaube, dass wir uns sehr gut verstehen werden. Denn ich freue mich darauf, erstmals ein Festival mit ‚meiner‘ Musik in ‚meiner‘ Stadt zu erleben. Dass es nicht auf die Größe ankommt, zeigte mir 2014 schon das Metal Hammer Paradise am Weissenhäuser Strand, das als Nach-Sommer-Festival seinen ganz eigenen Charme hat und mir unter anderem wen präsentierte? Powerwolf! Die Jungs werden neben Slayer, Sabaton, Steel Panther und vielen anderen am Freitag und Samstag die Hansestadt rocken. Ich freue mich diebisch darauf, die Wölfe wiederzusehen. Und vielleicht laufen wir uns ja auch über den Weg.

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