Eigene Let’s Plays

Die Witcher-Tagebücher

Warum es in Schriftform (leider) doch nicht funktionierte

Bevor es für backstagereport in eine Bachelor- und Schaffenspause ging, habe ich einen Versuch gewagt: Ich nahm The Witcher 3 zum Anlass, mich an einem eigenen Let’s Play zu versuchen. Aber nicht als Videoaufzeichnung, sondern in Form einzelner Blogartikel. Trotz aller zeitlichen Bemühungen ließ sich das Projekt jedoch nicht so umsetzen, wie ich es mir wünschte. Eine Analyse.

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Als Witcher 3 – Wild Hunt erschien, wusste ich sofort, dass der sagenumwobene Geralt von Riva mir all meine Freizeit rauben würde, wenn ich erst einmal mit dem Spiel begonnen hatte. Im letzten Semester vor dem Abschluss war das freilich keine gute Aussicht, um die Prüfungen rechtzeitig abzuliefern. So entschied ich mich vorerst also gegen die Hexeraufträge, auch wenn es mir immer wieder Disziplin abverlangte.
Dann aber kam die Playstation 4 ins Haus. Und mit ihr auch der Weiße Wolf. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits in einigen Let’s Plays mitgewirkt und es machte mir unheimlichen Spaß, live zu streamen. Dennoch hatte ich Bedenken, das auch von zu Hause aus zu tun. Eine Kamera in meinen vier Wänden erschien mir zu diesem Zeitpunkt einfach nicht als geeignete Option,

Das ärgerte mich sofort, als ich mit dem Spiel begann. Schon der erste Teil von The Witcher zählt zu meinen absoluten Lieblingsspielen und die neue Fortsetzung beeindruckte mich mit ihrer Entscheidungsvielfalt. Es gab nicht nur einen Quest, nach dem ich mich fragte, was wohl passiert wäre, wenn ich einen anderen Weg gewählt hätte. Einige Komplettlösungen waren zu dieser Zeit – ich hatte ja einige Monate verspätet angefangen – bereits online und es war ein Leichtes, die Alternativen herauszufinden. Nun gehören solche Guides aber nicht zu meinen bevorzugten Möglichkeiten, ein Spiel nachzuvollziehen. Meiner Meinung nach hat es eine ganz eigene Qualität, jemanden auf dem Weg durch eine Geschichte zu begleiten. Warum hat der Spieler sich für diese Möglichkeit entschieden? Ist er zufrieden damit, bereut er es im Nachhinein? Was geht ihm eigentlich durch den Kopf, bevor er handelt? Vor allem bei den schnellen Entscheidungen. Ein Let’s Play macht es möglich, dies nachzuverfolgen. Es eröffnet dem Zuschauer eine neue Ebene innerhalb der Geschichte. Die Ereignisse der Spieler- und Ingame-Realität vermischen sich. Und dass das so ist, finde ich persönlich wirklich großartig.

Also wollte ich auch Teil dieser tollen Sache sein! Mein ehrgeiziger Plan war es, nach jeder Spielsession einen kleinen Bericht zu schreiben, in dem ich kommentieren und erklären konnte. Das klappte so lange, bis mein Spielvolumen die Erinnerungen und vor allem die Lust am Schreiben übertraf. Denn um ein paar Stunden Witcher zu dokumentieren, braucht es vor allem Notizen. Und die störten den Spielfluss auf sehr unangenehme Weise.  An einigen Stellen verschob ich die Dokumentation einfach und fand mich nach mehreren Tagen inmitten eines Haufens von Notizen wieder, die ich weder zuordnen konnte, noch wollte. Erst ärgerte ich mich, weil ich sehr wohl Resonanz auf die Beiträge bekam. Doch dann war mir das Spielerlebnis endgültig wichtiger. Fortan wurden die Spielstunden deutlich länger – aber auch umso mitreißender.

Ich denke nicht, dass es aussichtslos war, diesen Versuch zu unternehmen. Im Gegenteil glaube ich gar, dass er gut gelingen könnte, wenn man sich zum Zwecke der Übung ein kleineres, weniger komplexes Werk vornimmt. Es könnte eine klare Storyline entstehen, die dem Leser die Möglichkeit gibt, die Welt eines Spiels in Romanform zu erleben, nur eben mit persönlich begründeten Entscheidungen. Ich zumindest war noch nicht in der Lage, das zu bewerkstelligen. Insgesamt sechs Tagebucheinträge sind noch anhand von Notizen nachzuschreiben. Ich werde es früher oder später versuchen. Aber wer weiß, ob sich nicht irgendwann ein Spiel viel besser dafür anbietet. Und dann probiere ich es einfach nochmal.

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