Die Witcher-Tagebücher: Tag 18

Die Theorie des letzten Wunsches

Der Ritualmörder von Novigrad war zum Greifen nahe. Doch ihm das Handwerk zu legen würde nicht das einzig Bedeutungsvolle an diesem Tag sein. Mich erwarteten außerdem ein weiterer Gwint-Titel, neue Pläne und eine ausgiebige Schatzsuche mit Yen, die für Geralt eine endgültige Entscheidung in Sachen Liebe brachte. Mit Magie ist nicht zu spaßen.

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Quelle: ign.com

Als ich im Lagerhaus Zwölf ankam, wartete der Leichenbeschauer Hubert Rejk bereits auf mich. Nach einer Menge Stationen hatte ich ihn als den Mörder im Quest „Fleischliche Sünden“ identifiziert und wollte nun unbedingt wissen, warum er das alles getan hatte. Hubert gab zu, dass er mich unterschätzt hatte. Allerdings fehlten mir noch einige Teile im Erklärungspuzzle. Denn ich hatte es hier mit einem höheren Vampir zu tun. Es war daher umso erstaunlicher, dass er sich so gut mit dem aktuellen Glauben identifizieren konnte. Für ihn war Novigrad eine gefallene Stadt. Seine Vorstellungen von Moral und Anstand wurden hier immer weniger praktiziert und so hatte er eine Art der Mitteilung gewählt, die von der Öffentlichkeit gesehen wurde. Seine Opfer, die alle den Glauben geschmäht hatten, bekamen im Tod eine neue Bedeutung. Auch für mich sei es zu spät, sagte er. Ja, dieser Mann hatte in den letzten Jahrhundert eindeutig zu wenig Zeit im gesunden Sonnenlicht verbracht.
Als Katakan hatte er keine große Überlebenschance. Um ehrlich zu sein erschien er mir sogar etwas zu schwach für den Endgegner eines so ausführlichen und interessanten Quests. Aber ich hatte mir ja auch bewusst den normalen Schwierigkeitsgrad ausgesucht (was mir an einigen Stellen nun fraglich erscheint).
Im Hospital überbrachte ich Rittersporn die guten Neuigkeiten. Priscilla sprach schon wieder krächzend, ihr Zustand hatte sich deutlich verbessert. Nun war der Barde dran. Er versprach, sich um sie zu kümmern. Die Musiker wollten sogar gemeinsam auf die Bühne gehen, sie mit der Laute und er als gesangliche Begleitung. Viel Glück, Rittersporn.

Ich ging nun einem Quest nach, den ich während der Mörderjagd aufgegabelt hatte. Als ich das Bordell „Krüppel-Kati“ verließ, konnte ich einen Mann sehen, der an eine Tür hämmerte. Ich ging zu ihm und musste ihn kurz darauf vor zwei Hexenjägern retten, die ihn aufgrund eines Haftbefehls suchten. Zusammen mit zwei weiteren Leuten hatte er alchimistische Zutaten verkauft und wurde deshalb gesucht. Die Lage in Novigrad verschlimmerte sich zusehends. Passenderweise erhielt der Quest also den Namen „Novigrad, die gesperrte Stadt“. Bevor der Mann floh, gab er mir einen Schlüssel und ich konnte mich auf die Suche nach seinen Kumpanen machen. Nr. 1 befand sich in einem Haus in den Scherben. Doch als ich ankam, hatte er bereits das Zeitliche gesegnet. Zum Glück fand ich durch das Anzünden einer Fackel einen Geheimraum mit einem Schreibtisch, auf dem sowohl ein weiterer Schlüssel als auch ein Brief zu finden waren. Es ging dabei um die drei Alchemie-Verkäufer. Sie wussten, dass sie fliehen mussten, vertrauten sich aber nicht genug, um einem allein die Gegenstände zum Verstecken zu geben. Also hatte der Tote sich etwas ausgedacht: In seiner Geheimkammer gab es einen Schrank mit einem Schloss, das nur durch drei Schlüssel geöffnet werden konnte. Jedes Bandenmitglied hatte einen bekommen. Also musste ich auch noch den letzten finden.
Als ich brav zur Markierung marschierte, fing mich eine Frau ab, Lussi, von der schon im Brief die Rede gewesen war. Ich war also richtig. Allerdings erzählte sie mir, es würde in ihrem Haus spuken. Ok, wenn es dafür den dritten Schlüssel gab, war ich dabei. Im Haus erwarteten mich dann wieder einige Hexenjäger, welch Überraschung. Nachdem ich sie besiegt hatte, wies die Frau alle Schuld von sich. Doch sie überließ mir auch den finalen Schlüssel.
Zurück im Magierhaus öffnete ich den Tresor und bereitete mich auf etwas ganz Exklusives vor. Das fand ich allerdings bei weitem nicht. Ja, die Belohnung fiel für drei Menschen, die sich dem Verkauf von Magieartikeln verschrieben hatten, echt spärlich aus. Und dass man sie dafür verfolgte, konnte ich noch weniger verstehen.

Ich fand, dass es nun an der Zeit war, noch einmal Dijkstra aufzusuchen. Der ehemalige Spion hatte mir nach Triss‚ Aufgabe „Jetzt oder nie“ anvertraut, dass er einen Plan gegen König Radovid schmieden wollte, der unverhofft in der Gegend aufgetaucht war. Man sollte sich zumindest einmal genauer unterhalten. Also besuchte ich die Passiflora. Bevor ich ins obere Geschoss gelangte, nahm ich bei einem Mann etwas abseits den Quest „Hohe Einsätze“ an, der mir die Gwint-Welt der Reichen eröffnen konnte. Dann sprach ich mit Marquise Serenitz, die mir einen direkten Zugang öffnen konnte. Wie es einer Verschwörung gebührt, stand Dijkstra mit verschränkten Armen vor dem Fenster und blickte über die Stadt. Er ging davon aus, dass unsere gemeinsame Handlung, würde sie denn zustandekommen, den Lauf der Geschichte verändern konnte. Allerdings machte er den Fehler, Geralts Erscheinen direkt als Beteiligung zu verstehen. Er hatte ja schon einige Themen angeschnitten, unter anderem Triss‘ und Yennefers Sicherheit, da sie einmal Logenzauberinnen gewesen waren, die Radovid so sehr verachtete. Doch so schnell ließ ich mir nicht die Butter vom Brot nehmen. Ich wusste noch nicht, ob ich mitmachen sollte. Als Vernon Roche um die Ecke kam, war das verrückte Trio komplett. Der Patriot war noch immer erschüttert darüber, dass Radovid der Stadt Wyzima trotz Bittstellung seinerseits nicht hatte helfen wollen, als der Krieg begann. Er war ein egoistischer König, sollte es aber nun nicht mehr lange bleiben. „Nur ein toter Radovid bedeutet ein freies Temerien.“ „Ein tödlicher Plan“. Ok, ich mach‘ mit

Die ehemaligen Spione hatten nicht nur einen Verein gegründet, wie sie sagten, sie hatten sich auch einen redanischen Kontaktmann geangelt, um den redanischen König zur Strecke zu bringen. Leider war dieser aber nun unauffindbar. Ich dachte über meine nächsten Schritte nach.
Der Quest war sicherlich einer der bedeutendsten im ganzen Spiel. Möglicherweise würde es am Ende einen Krieg geben und wie ihr wisst, war ich schon von Anfang an sehr bedacht darauf, die Hauptstory nicht allzu schnell voranzutreiben. Einige Quests hatte ich mir trotzdem schon verhagelt und als Fehlschlag verbuchen müssen. Deswegen wollte ich erst einmal die kleinen Aufgaben erledigen. Bis Stufe 25 konnte ich Geralt damit noch trainieren, dachte ich mir. Dann wäre mal wieder Zeit für einen Streifzug zu den weißen, unerledigten Symbolen auf der Karte. Zwei Stätten gab es noch in Weißgarten, ein paar Fragezeichen in Velen, denen ich auf dem angepeilten Level auf jeden Fall gewachsen sein sollte. Außerdem erinnerte ich mich an einen Kartenspieler in Wyzima.

Um den Bogen zwischen allem zu schlagen – diese vielen Quests geben einem einfach zu viele Optionen, die, wenn man nicht aufpasst, in totalem Herumgespringe enden – ging es nun erstmal zurück nach Skellige zu Yen. Ich wusste anfangs nicht, was für eine große Entscheidung mir auch hier bevorstand.
Es begann alles mit dem Titel „Vermisste“. Nachdem wir an Tag 17 den magischen Kataklysmus untersucht und dabei einen Reiter der Wilden Jagd entdeckt hatten, erzählte der Druide Mäussack uns, dass die verhängnisvolle Truppe auch auf Hindarsfjall gesehen worden war. Yen hatte ich dorthin vorgehen lassen, denn ich wollte noch eine Runde Gwint im „Skelliger Stil“ spielen. Nun folgte ich ihr.
Der Ort, den wir als erstes besuchten, hieß Lofoten. Die Wilde Jagd hatte wie immer Opfer gefordert und die Dorfbewohner trauerten. Yen und ihre direkte Art wurden daher schnell als störend wahrgenommen, doch da ich sie ungehindert weitersprechen ließ, erfuhren wir, dass Ciri dort gewesen war. Sie hatte mit jemandem Kontakt, den die Trauernden nur noch „den Feigling“ nannten. Da er geflohen war, anstatt zu kämpfen, war er zu einem Unberührbaren geworden, dessen Namen man nicht mehr nennen durfte. Er war also aus den „Sagen der Ahnen“ gestrichen worden. Um seine Ehre wiederherzustellen, war er losgezogen, um Morkvarg im heiligen Garten zu bekämpfen. Das konnte er leider vergessen, schließlich hatte ich das bereits an Tag 15 übernommen. Doch die Priesterin erklärte, dass er sogar schon vor mir dort hingegangen war. Mist. Damit standen unsere Chancen, ihn lebend zu finden, denkbar schlecht.
Yennefer rannte schnurstracks zu Freyas Heiligtum. Hier änderte sich der Quest in „Namenlos“.

Ich konnte mich absolut nicht erinnern, einen ganzen Toten gefunden zu haben, während ich im Garten umherstreifte. Der Werwolf hatte bei dem Versuch, Nahrung aufzunehmen, alle seine Widersacher zerlegt. Schade, dass der Fluch nicht nur die ewige Wiederkehr, sondern auch den ewigen Hunger beinhaltete.
Das war aber schon längst Vergangenheit. Ich musste, um den Feigling zu finden, nur seinen Spuren folgen. Als Gläubiger hatte er am heiligen Baum Blut für Freya geopfert. Dieses wies mir den Weg. Dank meiner Vorarbeit war es angenehm ruhig im Garten. Ich kam an den altbekannten Hütten vorbei und konnte die, in die die Spuren führten, mit dem bereits erhaltenen Schlüssel sofort öffnen. „Im Wolfspelz“ sollte der Einfachheit halber also schon abgeschlossen sein, den das erspart einem die ganze Fluchbrecherei. Den Namenlosen selbst fand ich aber dann doch außerhalb, in einem tiefen Loch direkt vor der Hütte. Ich landete dadurch direkt unter dem Startpunkt, an dem Yen noch wartete. Wir unterhielten uns durch einige Spalten im Boden. Der Tote war schon nicht mehr im besten Zustand, doch ich sollte ihn dennoch mit nach oben bringen.

In einer Zwischensequenz ging es folglich um die Totenbeschwörung. Allein Yens gefühlvoller Einstieg durch den Hinweis, die Stimmbänder seien immerhin noch intakt, bewies mal wieder ihre Skrupellosigkeit. Nekromantie war verboten und das sagte ich ihr auch. Allerdings hatte sie recht damit, dass wir es tun mussten, wenn wir wissen wollten, was mit Ciri passiert war. Die Magierin wollte die Energie des Gartens nutzen, um den Feigling zum Reden zu bringen. Das würde sicher Ärger mit den Priesterinnen geben…
Als Yennefer mit ihrem Zauber begann, verdunkelte sich der Himmel. Der Feigling von Lofoten erwachte mit gurgelnden Geräuschen wieder zum Leben. Seine Aussprache, dem Parsel nicht unähnlich, war etwas gehemmt – er hatte den Mund ja nun auch einige Zeit nicht bewegt. Aber seine Infos waren daher umso nützlicher. Skjall, so sein richtiger Name, war ehrenhaft gestorben. Das wollte ich ihm gern sagen, immerhin war sein Ruf zuletzt nicht der beste gewesen. Aber Yen lenkte das Gespräch zickig auf Ciri zurück. Skjall machte sie für seinen Fluch verantwortlich, deswegen musste er tatsächlich mit Magie gezwungen werden, die Geschichte, die er erlebt hatte, preiszugeben. Der aktualisierte Quest hieß nun „Ruhe vor dem Sturm“.

Skjall war gerade dabei, ein paar Krabben einzusammeln, als Ciri hinter ihm aus einem Portal mitten ins Meer fiel. Der maskierte Elfenmagier trug sie an Land und bat den Skelliger darum, ihr Schutz zu bieten. Und so nahm dieser Ciri hilfsbereit bei sich auf und pflegte sie, der Elfenmagier wollte sich später mit ihr an einem „Felsen der Ertrunkenen“ treffen.
Als Ciri erwachte, brach eine weitere Protagonisten-Sequenz mit ihr an. Sie hatte bereits einen Tag geschlafen und laut Skjall einige frische Narben am Körper, was ich sie einfach bejahen ließ. Der Krabbensammler schien ja sehr nett zu sein. Als Ciri es hoch geschafft hatte, kam bereits Astrid herein, die Schwester ihres Retters. Sie wollte mit der Hexerschülerin unbedingt in die Sauna, „das Blut auftauen“. Sie ließ sich einfach nicht abwimmeln, also ging Ciri mit, während Skjall ihr ein Pferd vorbereiten wollte, um schnellstmöglich den Felsen der Ertrunkenen zu erreichen. Letztendlich hatte sich Astrid eh schon Ciris Kleider geschnappt… Also ab ins Dampfbad.
Ciri war dieser Skelliger Brauch vollkommen unbekannt. Und mir war wiederum unbekannt, dass Ciri ein Tattoo am Bein hatte. Das bemerkte auch Astrids Mutter, die die kleine Rose erst für einen Bluterguss hielt. Doch sie war offenbar das Andenken an einen besonderen, aber leider bereits verstorbenen Menschen. Die geheimnisvolle Ciri sprach nicht gern über sich, also ging sie einigen Fragen direkt aus dem Weg. Auf die Gefühle, die Skjall laut Astrid aber für sie hegte, ging ich aber vorsichtshalber ein. Ich denke nicht, dass die beiden besonders gut zusammengepasst hätten. Ciri interessierte sich einfach mehr für Frauen. Nach dem Aufenthalt in der behaglichen Sauna gab es natürlich noch eine kleine Abkühlung im Wasser und einen Schluck von Freyas Feuerwasser, das über einen kleinen Steg erreichbar war. Dann traf sie sich mit Skjall. Der junge Mann hatte definitiv die rosarote Brille auf und die Pferde standen ordentlich gesattelt bereit. Er wollte die schöne Hexerin zu ihrem Zielort begleiten. Ich zerstöre zwar nicht gern Träume, aber in Hinsicht auf die blutrünstige Wilde Jagd war es wohl oder übel Zeit, zu gehen. Das klappte ebenso gut, wie Skjalls Liebesgeflüster: Gar nicht. Ciri saß noch nicht einmal auf dem Pferd, als die ersten Hunde im Dorf umherrannten. Was folgte, war ein anscheinend endloser Kampf gegen immer neue Gegner, der nur durch die eigene Flucht unterbrochen werden konnte. Laut Skjall stand nun Ragh nar Roog bevor, das Ende der Welt. Dass die nordischen Sagen gut adaptiert wurden, hatte ich ja bereits in früheren Einträgen erwähnt. Trotz des Angriffs auf das Dorf wollte der nette Kerl Ciri den Weg zum Felsen zeigen. Mal wieder dachte ich dabei an das Skelliger Ehrgefühl. Durfte ich das überhaupt ablehnen? Ich ließ es. Danke, Skjall.
Gemeinsam ritten die beiden los. Es war der Moment, in dem alle dachten, Skjall wäre der Feigling, der sein Dorf im Stich gelassen hatte. In Wahrheit zeigte er Ciri nur den Weg, der nach und nach von zunehmend mehr Hunden gesäumt wurde, die sich mit etwas Zielgenauigkeit aber gut abschütteln ließen.
Der Elfenmagier wartete wie vereinbart mit einem Boot am Felsen. Skjall ritt weiter, vielleicht als Ablenkung, bis er sah, dass der Maskierte seine Angebetete mit einem Zauber ohnmächtig werden ließ, bevor er selbst von einem Reiter der Wilden Jagd niedergestreckt wurde. Als letztes nahm er ein helles Licht wahr, dass der Magier vom Boot aussendete.

Skjall erwachte einige Stunden später, immer noch am Strand liegend. Alles war still, nur ein kleines entstelltes Wesen wuselte um ihn herum. Erschrocken lief es von dannen, als der Skelliger erwachte. Eindeutig: Das war Uma! Das kleine „Spielzeug“ der Soldaten, das der Blutige Baron einmal beim Kartenspiel gewonnen hatte.

Zurück in der Gegenwart war das Unvermeidliche geschehen. Der Garten war verdorben. Skjall litt unter Yennefers Zauber und hatte sogar im Tod Schmerzen dabei. Sein lebloses Gesicht war nicht mehr mit dem des netten Mannes zu vergleichen, der Ciri geholfen hatte. Die erschöpfte Yen und ich führten daraufhin erstmal ein Streitgespräch. Sie hatte kein Wort davon gesagt, dass „die Energie des Gartens nutzen“ bedeutete, ihn zu zerstören. Außerdem hatte sie gegenüber Skjall, so tot er auch sein mochte, nicht einen Funken Mitgefühl bewiesen. Sein einziger Wunsch war es, seinen Namen reinzuwaschen. Warum man das nicht sagen konnte, war mir und Geralt ein Rätsel. Der Haussegen des ewigen Paares hing gewaltig schief. In meiner Gedankenwelt sowieso, seit ich Triss als geeigneter für den Hexer hielt. Gerade als wir aufbrechen wollten, kamen uns die Pristerinnen entgegen. Sie waren zurecht ziemlich wütend und auch eine Entschuldigung Geralts brachte das zerstörte Heiligtum nicht zurück. Irgendwie hatte ich danach doch etwas Mitleid mit Yennefer, die nach Drohungen der Priesterinnen die ganze Schuld auf sich nahm. Sie wurde ausgestoßen: Niemand sollte ihr auf den Inseln je wieder Gastfreundschaft entgegenbringen.
Hinzu kam, dass wir nicht allzu viel über Ciri erfahren hatten. Sie war aus Skellige verschwunden und die kleine Kreatur Uma hatte irgendwie damit zu tun. Geralt erzählte Yen von der Begegnung mit ihm auf der Burg des Blutigen Barons, wo nun Feldwebel Ardal herrschte. Die Frage, ob dieses Ding möglicherweise Ciri war, hätte ich in diesem Moment selbst gern gestellt.

Skellige war in Bezug auf die Suche nach Ciri also ebenfalls abgehakt. Ich hatte nun wie schon in Novigrad und Velen eine Spur verfolgt und konnte … ja, was? Wieder von vorn anfangen? Es hing an dem kleinen Uma. Und ich muss zugeben: Diesen Ringschluss, den man überhaupt nicht erahnen konnte, fand ich ziemlich cool!
Doch zuvor wollte Yennefer noch etwas Wichtiges mit mir in Larvik besprechen. Dieses Mal ging ich auch direkt mit ihr mit.
Ihr Empfang in einem anderen Skelliger Dorf fand wie erwartet statt. Die Sache mit dem Garten hatte sich natürlich schon herumgesprochen und man wollte, dass sie von den Inseln verschwand. Doch ihr Anliegen ließ sich nur hier verwirklichen. Die Magierin war auf der Suche nach Hinweisen auf Amos var Ypsis. Er war Djinn-Experte und zuletzt auf Hindarsfjall gesehen worden. Mit seinem Wissen wollte Yen einen Djinn zähmen. Ich war bereit, dabei zu helfen.
Mit einem Boot ging es vom Hafen aus zu verschiedenen Schiffswracks. Ich brauchte zwar eine Ewigkeit, um das kleine Wassergefährt irgendwie in Bewegung zu setzen (woher zum Teufel sollte ich wissen, dass ich mich vorn reinsetzen musste?!), doch dank Yennefers Echolot-Zauber, der uns anzeigte, wo es Wracks zu finden gab, kamen wir wenigstens hier zügig voran.
Ich hatte gehofft, schnell zu erfahren, warum gerade ein Djinn gesucht werden sollte. Und einen Hinweis gab es bereits vor der ersten Anlaufstelle. Geralts „letzter Wunsch“ war es einmal gewesen, dass er und Yennefer von Vengerberg für immer miteinander verbunden sein sollten. Auch dieser war von einem Djinn eingelöst worden.
Wie immer musste ich im Wasser mit einigen Ertrunkenen rechnen, die schon bei Wrack Nr. 1 auf uns warteten. Zum Glück war Geralt für diese Aufgabe mit einem Zauber ausgestattet worden, der ihn unter Wasser atmen ließ. Kein Problem also. Allerdings war es das falsche Schiff: Zu finden waren ein Stück Boot und letzte Besatzungsmitglieder, ein Wappen deutete außerdem auf den Clan Drummond hin.

Auf dem Weg zum nächsten gesunkenen Schiff schnitt Geralt das Thema erneut an. Es schien ihn aufmerksam gemacht zu haben, dass die Magierin seinen letzten Wunsch erwähnt hatte. Doch sie wollte nicht erklären, wozu sie de Djinn brauchte.
Stattdessen ging es wieder unter Wasser. Das nächste Wrack war zweigeteilt und jedes Ende beherbergte eine Information. Zum einen war der Schild eines Mitglieds des Clan Hejmaejs zu finden, der schon Ewigkeiten dort lag. Zusätzlich gab es dann noch einen Schatz und weitere Langschiffe zu finden. Auch der Clan Dimun wurde genannt. Nein, das war auch falsch.
Ganz anders bei Schiff Nr. 3. Nachdem ich ein paar Harpien vom Himmel geholt hatte, schwamm ich nach unten um einen großen Krater zu entdecken. Hier war nur ein halbes Schiff zu finden, darauf befand sich allerdings auch eine Siegelhälfte. Mit ihrer Hilfe konnte Yen uns zu dem Ort teleportieren, an dem sich die andere Hälfte befand. Dabei landeten wir allerdings nicht dort, wo man die Reste eines Schiffs vermuten würde, sondern auf verschneiten Berghängen. Nun musste Yennefer aber wirklich Rede und Antwort stehen! Ich wollte gehen, wenn sie nicht mit der Sprache herausrückte. Dabei war es ja schon irgendwie offensichtlich… Sie zweifelte an der Beziehung zu Geralt. Seit 15, vielleicht sogar 20 Jahren waren sie mehr oder weniger ein Paar, ohne jemals Nägeln mit Köpfen zu machen. Es gab keinen Ort, an dem sie ein gemeinsames Zuhause hatten. Die Magierin fürchtete, die Verbundenheit wäre nur durch den Djinn zustandegekommen. „Der letzte Wunsch“ hatte schließlich irgendetwas Magisches geschaffen. Dies sollte nun zurückgenommen werden. „Ich verstehe…“ Und daher hielt ich mich auch nicht mit langem Geplänkel auf. Zack und los. Wer an der Beziehung zu Geralt zweifelte (durch mein Spielverhalten leider auch sehr angebracht) sollte seine Antwort schnell bekommen.
An diesem trostlosen Ort war es wohl eher unmöglich, Amos noch lebend zu finden. Eine blutige Spur unter einem Bücherregal bestätigte dies. Yen hatte bereits gewarnt, dass Djinns die Wünsche gern verdrehten, um sich einen Spaß zu machen. Der angebliche Djinn-Experte hatte dafür mit dem Leben bezahlt, als das Schiff auf der Bergspitze aufschlug. Zum Glück hatte er das Siegel dabei aber nicht verloren. So konnte Yennefer mit Donnergrollen und in einer riesigen Nebelwolke den Geist aus dem Siegel herbeirufen. Ich hatte dabei die ehrenvolle Aufgabe, immer wieder gegen die wabernde Masse zu schlagen, bis sich der Djinn in die Sphäre ziehen ließ, die die Magierin erschaffen hatte. Sie forderte den letzten Wunsch ein, wenn sie ihn denn freilassen sollte. Und als die Sphäre zerbarst, war der Sturm vorüber.
In Beziehungsdingen gab es nun aber einiges zu besprechen. Es gab bei den folgenden Gesprächsoptionen jeweils eine fürsorgliche und eine distanziertere Antwortmöglichkeit. So hart es denen erscheint, die auf Yens Seite stehen: Ich hatte mich längst entschieden. Natürlich war es schwerer, nun, wo sie auch ihre sanftere Seite herauskramte. Und als sie sagte, für sie habe sich nichts verändert, war es Zeit, ehrlich zu sein. „Tut mir leid, aber ich will nicht mehr mit dir zusammen sein„. Betrübt, aber erleichtert, dass es nun ausgesprochen war, blickten Geralt und Yen noch über die verschneiten Hügel, bis sie sich schließlich in ihrem Gasthauszimmer nach Wyzima verabschiedete.

Man stelle sich vor, man wäre gerade tatsächlich in Geralts Situation. Ehrlichkeit ist auch für Yen der beste Weg, aber danach braucht man sicher etwas, um sich abzureagieren. So ging ich auf Monsterjagd, dachte ich.
Blandare war ein kleines Dorf, durch das ich kam, und dort las ich von vermissten Bergleuten. Sie waren losgezogen, um in einer Mine nach Erz zu suchen und dann verschwunden. Der Dorfälteste Giarr ließ noch etwas mit sich handeln, was den Auftragsobolus anging, dann nahm ich mir das Lager der Arbeiter vor. Mit ihrem Vorhaben hatten sie offenbar Erfolg gehabt. Einige Kisten waren voll mit Erz. Doch kein Mann in Sicht. Ich folgte ihren Spuren, um nach und nach schlimmer zugerichtete Leichen zu finden. In einer Höhle traf ich dann, was wieder wunderbar das Ich-dusseliges-und-dadurch-süßes-Monster-Schema bediente: Einen Felstroll. Allein sein Name „Wumm-A-Wumm“ konnte für ein kleines „Aw“ sorgen. Und dann war er auch noch dabei, zu kochen! Natürlich, in diesem Moment darf man nicht beachten, dass warscheinlich einer der Bergleute Grundlage der Mahlzeit war. Als Strafe bekam er auch erst einmal ein paar Hiebe ab. Aber als wir uns dann unterhielten und er ergreifend erzählte, wie die Arbeiter einfach in seine Höhle kamen und ihn angriffen, als er sie einfach nur rauswerfen wollte, konnte ich ihm nichts mehr tun. „Ich lass es dir durchgehen. Sie haben es so gewollt.“ Das Kerlchen schenkte mir ganze 50 Kronen und versprach, in Zukunft keine Menschen mehr zu töten. Schön! Und „Vermisste Bergleute“ gab es auch nicht mehr.

Mit „Freya sei Dank“ erwischte ich ebenfalls in der Nähe von Blandare einen der Schatzsuchen / Mini-Quests, die gern mit Toten und Lesbarem in ihren Taschen zu tun haben. Ein Reiter nebst Pferd hatte einen Schlüssel bei sich, den ich in der Nähe durch einen Tauchgang mit dem richtigen Schloss verbinden konnte. Fertig.

„Harte Zeiten“ war da schon etwas schwieriger. Mit Schrecken traf ich auf meinem Weg durch die Lande (weit war ich nicht gekommen, ich befand mich lediglich auf einer anderen Seite von Blandare) einen Zyklopen, der mich im ersten Moment ganz schön verprügelte. Ich bewarf ihn mit allem, was mein Bombenfach zu bieten hatte und irgendwann kippte er auch tatsächlich zur Seite. Uff! Was er bewachte, stellte sich schnell als genannter Quest heraus. Bei der Untersuchung eines umgestürzte Wagens fand ich Pferd und Lenker, Spuren brachten mich danach zu einer von Nekkern umsprungenen Frauenleiche. Sie hatte einen Brief an ihren Bruder Janne dabei, der Schmied in Kaer Trolde war. Ich musste ihm nun sagen, dass bei ihrer Reise zu ihm etwas schief gegangen war. Doch ich stand vor einem großen Problem: So sehr ich auch mit Janne sprechen wollte, er hatte offenbar absolut keine Lust auf einen Wortwechsel mit mir. Er saß nur auf seinem Stuhl oder hämmerte auf seinem Amboss herum. Also reiste ich weiter, kam zurück, ging wieder fort und kehrte wieder – ohne Effekt. Irgendwann schien ich aber den richtigen Zeitpunkt erwischt zu haben. Ich meditierte munter vor mich hin, bis der Schmied mitten in der Nacht vor mir stand und reden konnte. Es muss gegen 2 oder 3 Uhr gewesen sein. Die Nachricht erschütterte ihn natürlich, doch zugleich war er dankbar, dass ich ehrlich zu ihm gewesen war.

Nun machte ich mich auf die Suche nach einem Meister von Skellige. Ein Kräuterhändler hatte mir an Tag 12 verraten, dass ich auf den Insel einen begabten Alchemisten treffen konnte. Und bei dem wollte ich gern etwas lernen. Bei einem „Praktikum in fortgeschrittener Alchemie“. Der Druide Gremist sollte dafür mein Lehrmeister werden. Allerdings schien es, als könne er sich viele schönere Sachen vorstellen. Daher dachte er wohl, mir eine besonders unliebsame Aufgabe erteilen zu müssen. Für ein höchst wichtiges Ritual sollte ich drei Zutaten besorgen: Gauchheil-Kraut aus dem Morskogenwald, eine Flasche Alkohol aus einer alten Destillerie und den Wetter-Druiden Fritjof. Bereits beim Kraut gäbe es aber gewisse Schwierigkeiten. Viele hatten sich auf die Suche gemacht, keiner war wiedergekehrt. Aber naja: Kraut konnte ja schlecht weglaufen.
Als ich dann aber die erste Anlaufstelle erreichte, wackelte diese These etwas. Es war im wahrsten Sinne des Wortes alles „abgegrast“. Das hatte auch ein anderer Druide bemerkt. Er erklärte mir, dass Gremist sich einen Spaß daraus machte, seine Lehrlinge hierher zu schicken, die nie erfolgreich zurückkamen. Es war einfach kein Gauchheil-Kraut mehr da! Auch sein Novize Ramund war verschwunden. Wir wollten ihn zusammen suchen gehen.
Zum Glück offenbarten die Hexersinne direkt eine neue Spur: Es waren Hufabdrücke, das zugehörige Etwas war allerdings auf zwei Beinen unterwegs. Als wir auf einen Weg trafen, war eine Stimme zu hören, die der Druide als die von Ramund wiedererkannte. Hinter der nächsten Ecke saß tatsächlich der Novize, fröhlich mit einem Sukkubus flirtend. Dieser sah um ehrlich zu sein aber total lieb aus. Während der Druide die Dame also am liebsten zur Strecke bringen wollte, stempelte ich sie als harmlos ab. Man kann sich nicht immer Freunde machen. Das Kräuterväterchen ging erbost seines Weges, während ich dem Wesen und seinem Verehrer in die blumenprächtige Höhle folgte. Dahin waren also alle Pflänzchen gewandert.

Als nächstes „beschaffte“ ich den anderen Druiden. Er war leider sehr beschäftigt, denn er bereitete ein Ritual vor, um es regnen zu lassen. Die lange Trockenheit plagte die Gegend. Doch Fritjof erklärte mir, dass es einfacher klang, als es war. Es würden Kreaturen herbeikommen, während er den Zauber wirkte, also musste ich ihn beschützen. Alles klar! Bei den Monstern handelte es sich um Neblinge. Anschließend machte sich Fritjof bereitwillig auf den Weg zu Nörgler Gremist.

Die letzte Zutat für das Ritual sollte ich in einer alten Brennerei am Hagelhügel bekommen. Doch als ich diese betrat, hatte ich nicht wirklich das Bedürfnis, weiterzugehen. Schon wieder ein Zyklop. Ich schmiss wieder Bomben ohne Ende und schlug danach erbarmungslos zu, zu meinem Glück ohne dass das Monster das gleiche tat. Ein Tagebuch verriet mir, dass der Zyklop immer wieder hergekommen war, um sich ein kleines Tränkchen zu gönnen. Als die Brenner verschwunden waren, hatte er sich offenbar endgültig eingenistet. Mit einer Anleitung und den zu findenden Hilfsmitteln konnte ich dann meinen ersten eigenen Schnaps brennen!

Ich ging meines Weges und stürzte einen Abhang bei der Brennerei hinab. Das war sicher keine Absicht, vor allem als Geralt auf dem weiten Weg nach unten mehrmals an unsichtbaren Dingen hängen blieb und sich Grafikfehler einschlichen, die stark nach einem Spielabsturz aussahen! Doch irgendwie wurde es wieder, zum Glück. Als mein Herz wieder normal getaktet schlug, fand ich am Ende der Schlitterpartie sogar eine Truhe, von der ich sicher war, dass ich sie von unten definitiv übersehen hätte. Glück im Unglück.
Stolz suchte ich erneut Gremist auf, der verschwörerisch allein gelassen werden wollte, um das Ritual zu vollbringen. Ich meditierte ein paar Mal, bis ich von selbst wieder in die Druidenwohnung gelangen konnte – und bemerkte, dass ich nicht zu einem Ritual, sondern zu einem fröhlichen Umtrunk beigetragen hatte! Natürlich machte ich daraufhin einfach mit. Ich war ja ein guter Praktikant. Der Quest war daraufhin vorbei und fortan war Gremist gar nicht mehr so grummelig zu mir. Ich konnte nun nicht nur Zutaten bei ihm kaufen, sondern luchste ihm bei der Spielereihe „Gwint: Skelliger Stil“ auch noch einen Spion namens Avalla’ch ab. Mäussack hatte ich ja schon besiegt, also ging ich danach nach Kaer Trolde, um sowohl den Burgherren Crach an Craite als auch den Schneider Sjusta, der mir freundlicherweise auch noch eine neue Frisur verpasste, herauszufordern. Als letzter blieb danach Lugos der Irre in Kaer Muire übrig. Er hatte einen Katakan für mich. Und damit endete ein Tag voller Skellige-Quests.

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