Die Witcher-Tagebücher: Tag 7

Aufgestaute Quests und die große, große Stadt

Was macht man, wenn man krank ist und nur im Bett liegen kann? Man witchert, so lange es die müden Augen erlauben. Ein Kaffee am Abend erwies sich als schlechte Idee, denn er verlängerte Geralts Abendvorstellung bis spät in die Nacht. Aber dafür gibt es auch eine Menge zu berichten!

The-Witcher-3-9

Quelle: CD Project

Es gab bei meinen Streifzügen einmal eine alte Dame, die sich darüber aufregte, dass irgendwelche Flegel die Schreine ihrer Götter umgeschmissen hätten. Was Religion angeht, halte ich mich in guter alter Hexer-Manier gepflegt zurück, doch natürlich hat die Frau recht: Es gehört sich einfach nicht. Und da ich jeden Quest mit Kusshand annehme, wollte ich mich irgendwann auf Übeltäter-Suche machen. Diese Aufgabe schlummerte schon länger im Hintergrund. Nun, auf Stufe 11, ging ich sie an.
Die zweite Statue war schnell gefunden, die erste hatte ich bereits früher im Vorbeigehen wieder aufgestellt. Am dritten Sachbeschädigungsschauplatz traf ich dann auf einige Männer, die schnell zugaben, die Schreine umgestürzt zu haben. Sie wollten eine neue Moral schaffen, sahen die Religion allein als Werkzeug, um die Bürger zu kontrollieren. Aber ich sagte ja bereits, dass ich mich da eher raushalte. Mir ging es nur um die arme Frau und darum, dass man seine Lehren auch ohne Randale verbreiten kann. Nachdem ich ihnen das gesagt hatte und sie wenig erfreut schienen, sorgte ich dafür, dass die Jungs gar nichts mehr in die Welt hinaustragen würden. Doch auch diese Entscheidung bereute ich ein bisschen. Es wäre einfach interessant gewesen, was geschehen wäre, wenn ich sie hätte machen lassen. Die alte Dame habe ich trotz neuem Status als „Bewahrer des Glaubens“ ohnehin nicht wiedergesehen.

Eine andere wartende Aufgabe war „Das Gold der Trottel“. In einem Dorf gab es eine Menge Schweine, nur ein Mann namens Jontek war anwesend. Doch es handelte sich dabei um magische Schweine. Da Zauberin Circe wahrscheinlich nicht in dem Spiel vorkommen würde, musste es einen anderen Grund für ihre Verwandlung geben. Diesen sollte ich in der Schweinehütte finden. Und hier wollte ich nun ansetzen.
Die Schweinehütte entpuppte sich als Tempel und die Dorfbewohner hatten Gold daraus mitgehen lassen. Circes Fluch der Karibik, quasi. Denn das hatte sie in Schweine verwandelt. Nur Jontek war nicht dabei und hatte sich damit nicht schuldig gemacht. Er half mir aber, die restlichen Schweine, zwei waren immer noch dort, in die Höhle zu bringen, wo wir sie zurückverwandelten. Doch anstatt sich zu freuen, wollten sie zum Frustabbau Jontek lynchen! So langsam nervte mich die Antwortmöglichkeit „Das geht mich nichts an“, denn natürlich tut es das, wenn man eine Figur näher kennengelernt hat! Auch Jontek sollte nicht einfach sterben. Daraufhin bekam ich auch für diesen Quest keine Belohnung.

Die Frage, ob ich an meinen Antworten etwas ändern sollte, stellte sich nun schon abermals. Geralt ist ein cooler Typ, der bei mir immer einen recht moralischen Weg geht. Im ersten Teil zum Beispiel unterstützten wir die unterdrückten Anderlinge, wiesen diese aber auch zurück, wenn sie zu radikal wurden. Mein reales Ich möchte einfach nur, dass alles gerecht abläuft. Wer Böses tut, muss bestraft werden. Durch Geralt kommt gleichzeitig der Wunsch dazu, sich relativ neutral zu halten. Und natürlich, wie ein Hexer zu handeln. Dazu gehört auch, mal Aufträge von finsteren Gestalten anzunehmen, solange es eine Entlohnung gibt und manchmal die Verantwortung von sich zu weisen, wenn die Mission beendet ist. Die ganzen entfallenen Belohnungen lassen mich fragen: Bin ich zu nett? Sollte es jeweils eine geben, wenn ich mich anders entscheide, muss ich mir eingestehen: Das Spiel scheint nicht dafür ausgelegt zu sein.

Zum Glück ist das bei verlassenen Stätten vollkommen egal. Dort gibt es meist nette Dinge zu räubern und ich bringe verschiedene Händler an abgelegene Orte. Wunderbar. Während ich eine nach der anderen wieder bewohnbar machte, erlangte ich auch die Erkenntnis des Tages: Ist die Stätte befreit, ergraut das Symbol auf der Karte. Ein unglaublich heller Gedankenblitz machte mir das Spiel auf einen Schlag leichter. So ist es natürlich auch bei Monsternestern & Co.! Fröhlich über dieses neuentdeckte Wissen durchblätterte ich meine Questst und blieb bei den Schatzsuchen hängen. Ausrüstung der Vipernschule, Stufe 6. Erste Aufgabe, beide Teile suchen. Das Info-Dokument stammte noch aus Weissgarten. Also machte ich mich noch einmal auf, um alle weißen Symbole dort abzuarbeiten, bis das zweite Dokument mein war. Bald sollte ich mal wieder etwas anfertigen lassen.

Weiter ging es mit dem Abklappern der Küste in Velen. Nach jedem gelungenen Quest möchte das Spiel mir sagen, dass ich ein Schiff nach Skellige finden soll. Aber ich bin noch längst nicht so weit. Die küstennahen Fragezeichen, die mir anfangs so große Probleme machten, waren in Windeseile aufgedeckt. Mit Schrecken stellte ich dabei fest, dass die Monster dort teilweise sehr schwach waren, aber tolle Gegenstände bewachten. Hätte ich zu Beginn also die ‚richtigen‘ Stellen gefunden, hätte ich früh eine richtig tolle Ausrüstung gehabt. Naja, nun konnte ich immerhin wieder eine Menge verkaufen. Ich deckte bei den Fragezeichen außerdem noch Quests auf, die in Notizen und Briefen der Banditen schlummerten, unter anderem „Pech“ und „Eine unglückliche Wendung“. Sie wurden sofort gelöst, indem ich Schätze suchte oder nach ihnen tauchte, nett ist es trotzdem immer.

Da ich nun schon am Wasser entlangwanderte, begab ich mich das erste Mal nach Oxenfurt, wo ich mir zuerst mal einen neuen Haarschnitt genehmigte. Ich hätte hier wahrscheinlich schon vorher herkommen können, etwa um Tamara, die Tochter des Barons zu treffen, versäumte dies aber. Daher unternahm ich erst einmal eine Erkundungstour. Ich stieß dabei auf interessante Quests am Anschlagbrett. Bei den „Betrunkenen von Oxenfurt“ wollte ich gern direkt einsteigen und führte Ermittlungen, bis die Gegenüberstellung mit dem Monster erfolgen sollte. Betrunkene Männer waren nachts von etwas getötet worden, das ihnen das Blut aussaugte. Ein Katakan, sage Geralt. Keine Ahnung, was das sein sollte, doch ich sah den Totenkopf an der Questbeschreibung und wollte es erst einmal mit anderen Monstern aufnehmen.

Dem Kreichschling zum Beispiel. Ein kleiner Junge hatte seinen Vater im Wald schreien hören, konnte ihn aber nicht vor der Bestie retten, die ihn Angriff. Ich beruhigte den Kleinen mit einem Zauber und untersuchte den Ort des Geschehens, was mich letztendlich in eine Höhle führte. Mit einer Bombe lockte ich das Monster von der Decke runter zu mir; es war eine Gorgo. Auch ohne Draconiden-Öl machte ich kurzen Prozess. Ja, Erfahrungspunkte sollten nicht vernachlässigt werden, das macht einiges leichter. Ich holte meine Belohnung und setzte meinen Weg fort. Wohin wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht genau. Aber ich traf immerhin Hans Verdun, einen Soldaten, den ich einst gerettet hatte, als man ihn gefesselt den Ertrunkenen überlassen hatte. Man sollte meinen, dies sei ein guter Start in ein neues Leben. Aber er war unter die Banditen gegangen. Seine Räubereien hatten ihm die Möglichkeit gegeben, mich für die Rettung von damals zu bezahlen. Das Geld nahm ich natürlich mit, hatte ich bei so vielen Mini-Aufträgen schon welches verloren. Und diesmal verzichtete ich sogar darauf, alle Halunken direkt unschädlich zu machen. Was, wenn es am Ende einen Quest gab, bei dem ich in die Banditenwelt absteigen musste? Hans überlebte. Ich ging meines Weges.

Um endlich Skellige näherzukommen, machte ich zum Abschluss endlich eine erste Tour nach Novigrad. Dabei konnte ich endlich mal spontan Leute in kleineren Gesprächen erleben, ohne dass diese mir immer nur denselben Satz entgegenbrabbelten. Zuerst traf ich so auf eine Elfe, die von zwei Männern bedrängt wurde. Ich half ihr, doch im Endeffekt fand sie mich dadurch nicht unbedingt netter. Ebenso erging es mir mit einer Dame, die offenbar von einem Betrunkenen belästigt wurde. Ich konnte ja nicht wissen, dass es sich dabei nur um ein Vorspiel in der Öffentlichkeit handelte.
Bei dem dritten Ansprechpartner hatte ich dann mehr Glück. Nachdem ich ihn gegen Banditen verteidigt hatte, verriet mir der edel gekleidete Händler, er hätte ein lukratives Geschäft in Aussicht und würde mich bezahlen, wenn ich ihn zu seinem Partner bringen würde. Er war zwar der Unsympath schlechthin, aber warum nicht? Als er mich dann nach einem erfolgreichen „Spaziergang am Wasser“ allerdings als seinen Gärtner vorstellte und dachte, meine Gefährlichkeit zum Feilschen nutzen zu können, wandte ich mich von ihm ab. Das erste Mal, dass ich mich gegen einen Questgeber stellte. Mein Lohn waren 10 Kronen. Wie man es macht, es ist verkehrt…

Zu einem Lichtblick wurde da ein Elfenschmied, der sich in der großen Stadt nun auf die Produktion erstklassiger Knödel produzierte. Ich mit meiner Schwäche für Anderlinge wollte ihm helfen, bei einem Lieferanten gute Preise für Schmiedematerialien rauszuschlagen, damit er mir etwas anfertigen konnte. Ich bin stolz auf meine Rüstung. Auch bei diversen Schatzsuchen konnte ich lange keine besseren Gegenstände mehr finden, als die, die ich schon einige Zeit trage. Ein gutes Zeichen, auch wenn es dann natürlich etwas nervt, die schlechteren Rüstungen und Schwerter zum nächsten Händler zu schleppen. Aber wenn er schon anbietet, mir etwas ganze Besonderes zu schmieden, sage ich natürlich nicht Nein. Wenn meine Stufe ausreichte, wollte ich mich dieser Aufgabe stellen.

Nun war es eigentlich Zeit, den siebten Spieltag zu beenden. Ihr lest ja, wie lang er bereits war. Doch als Betthupferl gab es dann doch noch ein Monster zu besiegen. Ich wählte „Hanna aus den Wäldern“. Am Anschlagebrett in Mittelhain hatte ich vor einiger Zeit eine Notiz eingesammelt, die besagte, dass sich in der Nähe eine Spukgestalt herumtreiben sollte. Eine Frau, Agneta, hatte sie gesehen und verriet, dass sie in der Dämmerung auftauchte. Also eine Mitternachtserscheinung. Als ich mich in der Umgebung umsah, fand ich ein Grab und darin einen Brief. Wie bei Erscheinungs-Quests üblich ging es auch hier um eine getötete Verliebte und eine Tat aus Liebeskummer. Denn Zula liebte Ontan, Bokhai war daher unglücklich in das Mädchen verliebt. Beim Witcher bedeutet das meist, dass das Objekt der Begierde das Zeitliche segnen muss: Also die arme Zula. Der Dorfälteste verriet den Treffpunkt für junge Verliebte, an dem ich zuerst die verbliebenen Erinnerungen an die Tat verbrannte. In der Nacht tauchte dann Hanna aus den Wäldern auf.

Auch dieser Kampf konnte schließlich gewonnen werden, ein sehr langer Witcher-Tag neigte sich dem Ende zu. Ich habe schon oft daran gedacht, ob ich mit meiner Genauigkeit nicht etwas übertreibe und einfach mal die Suche nach Ciri vorantreiben sollte, anstatt schon jetzt so ausführlich alles abzugrasen. Aber hey, es macht einfach zu viel Spaß!

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