Die Witcher-Tagebücher: Tag 5

Eine beendete Freundschaft

Quest-Alarm! Wie durch ein Wunder war ich schon auf Stufe 8 aufgestiegen, ohne es zu merken. Der erste Ausflug ereignete sich daher in den Charaktereinstellungen, in denen ich mir einige nützliche Fähigkeiten zusammenkaufte. Endlich konnte ich mir ein paar neue Aufgaben vornehmen, zum Beispiel nach einer versunkenen Truhe tauchen oder ein Anwesen von Geistern befreien. Und auch die Fragezeichen zeigten sich friedlicher. Manchmal brauchte ich zwar einen zweiten Anlauf, aber insgesamt besserte sich die Kampfbilanz, vor allem in den Banditenlagern. Ich konnte somit einigen Leuten die Freiheit schenken, unter anderem einem Barbier, auf den ich mich schon lange freue!

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Quelle: giga.de

Mein Hauptaugenmerk legte ich aber auf den Blutigen Baron. Seine Taten sprechen nicht für ihn, das verriet ja schon der Name. Doch dass Frau und Tochter verschwunden waren, schien ihn sehr zu belasten. Ich glaubte natürlich an das Herz des bärtigen Dickerchens. Schließlich war auch er ein Gwint-Spieler und hatte damit zumindest ein winziges Stück Wohlwollen verdient. Dieses gestand ich ihm bis zum Ende zu. Die Geschichte, die sich um ihn und seine Familie rankte, wimmelte nur vor Intrigen und Beziehungsproblemen, doch ich wollte dabei auch nicht vergessen, in welcher Zeit die Geschichte spielte. Für Familienmenschen hielt der Quest „Familienangelegenheiten“ außerdem noch eine besondere Mission bereit. Zur Erklärung der Gattung der Fehlgeborenen gingen wir dem dunkelsten Geheimnis des Barons auf die Spur, indem wir den Tod seiner ungeborenen Tochter aufklärten. Sie war aus Mangel an Liebe zu einem Monster geworden, sah aber trotzdem aus wie eine Mischung aus Mensch und Disneys Stitch, sprich: Irgendwie hilfsbedürftig. Da war ja wohl klar, dass wir sie nicht einfach umbringen würden! Der Baron taufte das kleine Ungetüm auf den Namen Dea und wir brachten sie zum offiziellen Begräbnis zur Burg. Ein paar Erscheinungen wurden zu Hindernissen, ein Mal bekamen sie mich sogar. Doch beim zweiten Anlauf war alles in Ordnung. Zum Glück verwandelte Dea sich kein einziges Mal. Um Mitternacht war sie ein Tölpelbold und zeigte mir blau glühend den Weg zu ihrer Familie. Dieser endete mal wieder im Sumpf.

Doch bevor es zur Aufklärung des Familienstreits kam, wollte die Mission „Ein Turm voller Ratten“ erledigt werden. Beziehungsweise setzte sich insbesondere Keira dafür ein, dass ich das übernahm. Wie bereits angeklungen hatte sie von Anfang an Hintergedanken durchklingen lassen, die ich Geralt nicht verwehren wollte. Doch wir kamen einfach nicht in die Situation, uns damit zu befassen. Stattdessen drückte sie mir immer wieder neue Aufträge aufs Auge. Mit der Magischen Lampe aus der Elfen-Magier-Höhle, in der wir neben der Wilden Jagd nach Ciri gesucht hatte, konnte ich Geister aufspüren und im Turm einem tödlichen Missverständnis auf die Spur kommen. Annabell, eine junge Adlige, war in einen Fischer verliebt. Die Bauern der Gegend wollten in einer Krise Vorräte von ihrer Familie stehlen, die sich in dem Turm verschanzt hatte. Auch ihr Geliebter war dabei. Doch die Angreifer gerieten in einen Blutrausch und töteten jeden, den sie im Turm aufspüren konnten. Der Magier Alexander gab dem Mädchen einen Trank, der sie lange schlafen ließ. Und leider entstand dadurch sogar bei ihrem Freund der Irrglaube, sie sei tot, was sie dann tatsächlich umbrachte. Innerhalb des Turms gibt es übrigens pro zu Ende gesehener Geistervision Erfahrungspunkte. Ich hoffe also, ihr habt auch alle im Keller nachgesehen!
In der Turmspitze hauste genannter gestörter Magier, der offenbar Menschenexperimente vornahm. Ich sammelte seine Notizen, etwas anderes Auffälliges war nicht zu finden. Als ich zurück zu Keira kam, hatte ich den Bann bereits gebrochen. Ein kleiner Nebenquest ließ mich dann noch etwas ganz Besonderes suchen: Mein eigenes Abendessen. Keira hatte bei einem Boten erlesene Zutaten bestellt. Ja, wir sind endlich an dem Punkt, an dem wir schon lange sein wollten! Und doch hatte Geralt irgendwie wieder Pech. Die freche Magierin wollte über den Turm reden, insbesondere über das Labor. Doch das gehörte jetzt nicht hierher. Geralt brachte das Gespräch auf den Punkt. Und ehe wir uns versahen, war die blonde Lady auch schon aus ihren Klamotten geschlüpft und hatte diese entlang eines Weges verstreut. Während ich am Ende der Schnitzeljagd noch überlegte, wo in aller Welt sie zu dieser Zeit solch moderne Unterwäsche erworben hatte, war Geralt schon mit anderen Dingen beschäftigt. Nur um dann von seiner Begleitung eingeschläfert zu werden. Irgendwas war gewaltig schief gelaufen!

Dieser Eindruck bestätigte sich, als ich Keira am Turm traf. Ja, genau der Turm, in dem der verrückte Professor gehaust hatte! Sie hatte in paar Schriftrollen mitgehen lassen, die, wie sie verriet, das Geheimnis für eine Krankheit enthielten, die sie damit zu heilen gedachte. Um sich dann bei Radovid freizukaufen, der die Zauberinnen der Loge verfolgte. Nein, das konnten wir nicht zulassen. Und in der Wut darüber, dass das erste Stelldichein in Witcher 3 ein solches Ende genommen hatte, antworteten wir auf die wohl verletzendste Art, die das Spiel zuließ. Der Kampf mit Keira, der sich daraufhin entwickelte, endete durch den Einsatz von Zeichen relativ schnell. Und ich bereute sofort, dass ich so wenig nachgedacht hatte. Ich hätte niemals vermutet, dass sie bei dem Streit tatsächlich ums Leben kommen könnte! Wie auch, ist man es aus anderen Spielen doch gewohnt, dass die Schlüsselfiguren sich nie komplett besiegen lassen oder die Kämpfe mit ihnen nie bis auf den Tod ausgefochten werden?!

Gebeutelt von dieser Entscheidung musste das Spiel erstmal ruhen.

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