Die Witcher-Tagebücher: Tag 1

Die Witcher-Tagebücher

Ein Open-World-Abenteuer mit Geralt von Riva? Das schreit doch geradezu nach einem Reisebericht!
Während viele Spieler ihre Erfahrungen auf Twitch oder YouTube teilen, möchte ich euch das Unheil ersparen. Wie meine ersten Eindrücke aussahen, konntet ihr ja bereits lesen. Und entsprechend auch, was für Blödsinn mir in den ersten Stunden bereits passiert ist. Ganz auf den Spaß, meine Erlebnisse niederzuschreiben, möchte ich aber auch nicht verzichten. Also:

Vorhang auf für die Witcher-Tagebücher!

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Quelle: CD Project

Bitte beachten: Wer das Spiel noch nicht selbst gespielt hat oder gerade erst anfängt, sollte mit dem Lesen warten, bis er oder sie einen gewissen Spielfortschritt erreicht hat. Sonst können wichtige Geheimnisse schon vor dem eigenen Erleben verraten werden.

Beziehungsweise: DAS WERDEN SIE GANZ SICHER!
Also Vorsicht, Spoiler!

Tag 1: Ein neuer Anfang

Es ist schön, wenn eine neue Reise an einem wohlbkeannten Ort beginnt. Und so starteten Geralt und ich unsere Mission in Kaer Morhen, wo wir sogleich von einer Mauer in den ersten Neustart stürzten. Es war ein harter, aber auch prägender Moment. Solche Stunts würde ich in Zukunft unterlassen.
Um richtig ins Spiel hineinzufinden, wurden in Ich-brauche-keine-Anleitung-Manier erst einmal alle Tasten durchprobiert (mit Ausnahme der Optionstaste, die mir auf der Suche nach der manuellen Speicherung über Twitter erklärt werden musste), bevor es im Kampf gegen Guhle und leider auch zu starke Bären den ein oder anderen Erfahrungsprozess gab. Erneut am Anfang zu stehen, wenn man gedanklich noch mit seinem durchtrainierten Witcher aus dem ersten Teil verbunden ist, macht einen mitunter sehr leichtsinnig.

So wurde es schnell Zeit für entspanntere Momente. Zum Beispiel auf dem Rücken unseres treuen Gefährten Plötze. Er erstaunt mich immer wieder damit, aus welchen Richtungen er kommt, wenn ich ihn rufe. Im Alleingang ist er ein wahrer Bergsteiger, erscheint außerdem gern an Seeufern oder auch mal mitten in einem Vorgarten. Nur, wenn ich gemeinsam mit ihm unterwegs bin, bekommt er plötzlich Höhenangst. Dennoch wurden wir natürlich schnell Freunde, das ulkig benannte Pferd und ich! Seine gelegentliche Desorientierung bei der stumpfen Verfolgung eines Weges bessert allerdings nicht meinen Orientierungssinn, wodurch wir schon viele (unfreiwillige) Entdeckungen machen konnten. Insbesondere Orte und Monsterarten, denen wir noch nicht gewachsen waren, standen dabei hoch im Kurs! Da können wir uns glücklich schätzen, dass es neben den Questanzeigen auf der super hilfreichen Karte auch noch Platz für manuelle Wegweiser gibt. Diesen ist  es auch zu verdanken, dass ich mich zielgenau bei dem Brunnen einfinden konnte, in dem es angeblich spuken sollte. Ja, auch der erste Witcher-Tag hielt schon interessante Aufträge bereit.
Ich stattete dem Wasserspender einen Besuch ab und siehe da: Da gab es tatsächlich etwas zu erleben. Der Quest hatte es in sich! Nicht, weil er sonderlich schwer war. Aber in „Der Teufel im Brunnen“ war genau das Witcher-Gefühl zu spüren, das mich im gesamten ersten Teil begleitet hatte. In Gedenken an Alina und Celina klärte ich ein Verbrechen auf und konnte einer rastlosen Seele Frieden schenken. Was macht einen Monsterjäger glücklicher?

Natürlich gab es aber auch Zeit für kleinere Aufgaben. Im Auftrag von Schmied Willis suchte ich nach einem Brandstifter, der seine Schmiede abgefackelt hatte. Der Zwerg zeigte sich allerdings nicht sehr barmherzig, als ich den Schuldigen zu ihm brachte. Ich musste den ersten Verlust eines Dorfbewohners verzeichnen. Anders erging es dem Dieb einer Bratpfanne. Eine ältere Dame bat mich, ihr das Küchenutensil wiederzubeschaffen – kein Problem für einen ausgebildeten Hexer! Das Mütterchen war etwas erzürnt über die Leihdauer ihrer Pfanne, freute sich aber, sie wohlbehalten wiederzubekommen. Übrigens auch geputzt, denn der Dieb brauchte Ruß, um eine Nachricht zu schreiben.

Der erste Ausflug in Weissgarten war also eine tolle Erfahrung! Vielfältige Aufgaben, die fantastische Atmosphäre und mitreißende Bilder entführen einen schnell in die Hexer-Welt.
Den krönenden Abschluss bildete an diesem Tag jedoch der Hauptquest des Landes: „Die Bestie von Weissgarten“. Einige Soldaten waren tot aufgefunden worden und ich machte mich auf die Suche nach dem Übeltäter. Schnell gelangte ich zu einem Greifennest und damit auch zu einer immer wiederkehrenden Witcher-Erkenntnis: Nichts ist, wie es scheint. Die Soldaten hatten das Greifenweibchen getötet und das Männchen musste nun irgendwo unterwegs sein. Doch in seiner Wut auch Dorfbewohner umzubringen, gehörte natürlich trotzdem nicht zum guten Ton. Also musste ich in meine Rolle als Monstertöter schlüpfen. Mit stinkenden Pflanzen im Gepäck (ich dachte unwillkürlich an Harry Potters Dianthuskraut) wurde eine Falle präpariert, bevor der finale Kampf beginnen konnte. Ich würde gern sagen, dass dieser für mich ein Kinderspiel war. Doch ich brauchte tatsächlich sechs Anläufe, bis ich richtig mit der neuen Armbrust umgehen konnte und der Hybrid sich zur Mühle zurückzog. Was folgte war die ultimative Aufrüstung: Die Vitalität wurde erneuert, ich setzte den im Vorfeld gebrauten „Donner“-Trank ein und ja, auch eine mentale Vorbereitung gehört dazu. Ich konnte ja nicht wissen, dass der Greif sich an der zweiten Station mit einigen wenigen Schwertstreichen besiegen lassen würde… Mission beendet.

Bei der Nilfgaardischen Garnison angekommen, erstattete ich einem Hauptmann Bericht, mit dem ich mich nicht allzu gut verstand. Und doch nahm ich das Geld, das er mir im Nachhinein für die Beseitigung der Bestie anbot. Warum? Vor allem, um mein eigenes Gewissen zu beruhigen, fand ich gleich mehrere Gründe. Denn dass die erste Entscheidung sich direkt gegen meine reale Moral richten würde, hatte ich nicht erwartet. Am ausschlaggebendsten war ganz einfach der Punkt, dass ich Geld brauchte. Der Betrag gab mir recht: Wer viel ausgibt, muss irgendwie auch wieder aufstocken. Und da es für die bisherigen Erledigungen nie viel gegeben, ich den Greifen aber als Hexer und in Folge eines Auftrags getötet hatte, gab es irgendwie schon eine Berechtigung für die Krönchen in meiner Tasche. Mehr tröstete mich allerdings noch der Gedanke, dass eine solche Entscheidung am Anfang noch nicht allzu gravierend ausfallen sollte.

Um den Abend ruhig ausklingen zu lassen, versuchte ich mich dann noch an einer Partie Gwint. Pardon, genaugenommen an fünf. Die Spielsucht ist zurück. Und irgendwie hätte ich auch nichts gegen eine Runde Würfelpoker

erschinung

Quelle: eurogamer.de

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