The Witcher 3: Wild Hunt

Im Bann der Open World – Hilfe, ich habe mich verlaufen!

Seit der dritte Teil der Witcher-Saga am 19. Mai 2015 veröffentlicht wurde, musste ich sehr stark bleiben. Begeisterte Tweets fluteten meinen Twitter-Account und es war klar: Sobald ich damit anfange, höre ich so schnell nicht wieder auf. Diese Vermutung bestätigte sich gestern Morgen. Und gestern Nacht dachte ich: Wo bin ich da nur hineingeraten?

witcher3_en_wallpaper_wallpaper_7_1920x1080_1433245916Es dauerte nicht lange, bis ich in „The Witcher 3: Wild Hunt“ mit Umständen konfrontiert wurde, die ich nicht erwartet hatte. Zum Beispiel bei meinem ersten Ableben nach knapp einer halben Stunde. Eigentlich erschien es mir gar nicht so schwer, den Hexer Geralt auf der Konsole zu steuern, obwohl ich das bisher nur mit einer Tastatur gewohnt war. Doch als ich dann mitten im Wettrennen mit Ciri waghalsig von einer Mauer sprang und mir dabei offensichtlich sehr weh tat, kam ich direkt ins Grübeln. Wenn ich selbst gegen eine Mauer verliere, wie soll es da noch weitergehen?

Fast zwei Monate lang hatte ich mich schon mit dem Spielbeginn zurückgehalten. Eher zwangsweise, da einerseits kein kompatibles Gerät im Hause war, andererseits noch einige wichtige Erledigungen anstanden, die ich lieber ohne den Hexerbann bewältigen wollte. Denn dass der sehr bald kommen würde, war vorprogrammiert. Immerhin gehört der erste Witcher-Teil nach wie vor zu meinen absoluten Lieblingsspielen. Ich habe ihn bestimmt fünf Mal mit Inbrunst durchgequestet, bevor der dafür ausgewählte Computer in einer tragischen Umbauaktion seinen Geist aufgab. Es war einfach das Spiel, auf das ich schon lange gewartet hatte. Eine tolle Story in einer mittelalterlichen Kulisse, kombiniert mit Fantasyelementen und einem Questsystem, das durch Vielfältigkeit und Ideenreichtum besticht. In Verbindung mit umfassend gestalteten Charakteren fehlte mir einfach nichts. Die Aufmachung als Rollenspiel setzte durch die aktive Einbindung des Spielers in Entscheidungsprozesse den letzten Schliff. Ja, dachte ich. Wenn jetzt noch die letzten Rätsel in einer weiterführenden Geschichte geklärt würden… Und dann wurde für den dritten Ableger der Titel „Wild Hunt“ angekündigt!

Es war schon sehr früh kommuniziert worden, dass dieses Abenteuer in weitaus größeren Dimensionen spielen würde, als seine Vorgänger. Ich dachte zurück an meine Spielanfänge, die ersten Tutorials auf Kaer Morhen und ausschweifende Erkundungstouren in Wyzima. Bis ich mich dort zielgenau zurechtfand, dauerte es seine Zeit. Und entsprechend bewegte sich meine linke Augenbraue ganz automatisch nach oben, um einen ungläubigen Gesichtsausdruck zu formen, als ich das erste Mal die neue Karte aufrief. Ganz schön groß… Gut, dass es den treuen Gefährten Plötze gibt! Das Pferdchen kommt definitiv meinen Witcher-Gewohnheiten zugute, zu denen zum Beispiel Folgendes gehört: Um einen ersten Eindruck zu bekommen, ignoriere die Aufgaben zu Beginn und renne durch die Welt, damit du dich an die Steuerung gewöhnst und coole Sachen entdeckst. Zum Beispiel bei diesen eindeutig wichtigen Fragezeichen auf der Karte!

witcher3_en_screenshot_screenshot_24_1920x1080_1433341632Was folgte, waren einige schwere Rückschläge. Bären, Erscheinungen, Wölfe. Triumphierend rannte ich auf sie zu – frei nach dem Motto: Ich weiß schon, wie der Hase läuft – nur um festzustellen, dass sie etwas besser Bescheid wussten, als ich. Hatte ich vielleicht das falsche Schwert? Nein. Sie waren schlicht und ergreifend stärker als ein Hexer auf Stufe 1. Also erstmal keine Fragezeichen. Stattdessen spielte ich eine Partie Karten.

Wie schon das Würfelpoker begeisterte mich auch Gwint, ein Strategiespiel, bei dem man eine zufällige Kartenauswahl aus seinem Deck auf die Hand bekommt und dann mit verschiedenen Kampfeinheiten versucht, eine stärkere ‚Armee‘ aufzustellen, als sein Gegenüber. Sofort investierte ich in mehr Spielkarten. Immerhin gab es ein Startkapital in Höhe von 200 Orens und ich erwartete, dass mir auf dem Weg ein paar Münzen in die Hände fallen würden. Jedes Mal, wenn das der Fall war, atmete ich auf. Doch beim nächsten Händlerbesuch kam die erschreckende Wahrheit ans Licht: Ich habe Geldprobleme. Des Rätsels Lösung offenbarte sich im Inventar. Nach nur wenigen Stunden führte ich bereits vier verschiedene Währungen mit mir. Und da waren meine Pläne für Pferdeaccessoires und ein aufgemotztes Gwint-Set erstmal passé. Dabei hätten mir zusätzliche Verstauungseinheiten sehr gut getan. Als Sammler vertrete ich die Witcher-Politik, dass man alles mitnehmen sollte, was man kriegen kann, damit man nicht irgendwann verzweifelt suchen muss, wenn man etwas braucht. Das tat ich, bis mir angezeigt wurde, ich könnte ab jetzt weder rennen noch springen, da ich überlastet sei. Also Quests statt Stöbern.

Unmittelbar nach diesem Entschluss verlor ich mich in der wundervollen Witcher-Welt.
Schon die ersten Aufgaben zeigen eindrucksvoll, wie viel Spannung und Abwechslung einen noch erwarten wird. „Der Teufel im Brunnen“ riss mich ebenso mit wie die Geschichte von Alina und Celina, die Suche nach einem Brandstifter machte mir die Hexersinne schmackhaft und mit meinen magischen Fähigkeiten konnte ich sogar eine Bratpfanne wiederbeschaffen!Ich bin zuversichtlich, dass sich mein Orientierungssinn auch bald an die enormen Dimensionen gewöhnen. Nachdem ich mindestens vier Mal an Orten landete, zu denen ich nicht wollte, Klippen herunterkullerte oder vor Anhöhen stand, bei denen ich noch immer nicht weiß, wie ich ohne den Zelda-Enterhaken hinaufkommen soll, kann ich es gar nicht erwarten, das nächste Mal den Power-Knopf zu drücken.

Der Fernseher ist zum Spielbeginn übrigens ins Schlafzimmer umgezogen. Jetzt gibt es kein Zurück mehr!

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Ein Kommentar zu “The Witcher 3: Wild Hunt

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