W:O:A 2014. Der Line-Up-Blues

Die Suche nach dem verschwundenen Headliner

Eine wahre Pilgerstätte für die Metalheads dieser Welt, das ist das Wacken Open Air. Die 75.000 Tickets verkauften sich in weniger als 48 Stunden und brachten die frisch zurückgekehrten Festivalgänger ans nervliche Ende. Dies scheint zum 25. Geburtstag des gehörnten Heavy-Metal-Fests leider traurige Gewohnheit zu werden. Fans pöbeln im Internet, Ankündigungen werden mürrisch und abwehrend entgegengenommen. Denn: Ein Line-Up für ein Vierteljahrhundert sieht für viele deutlich anders aus.

Metallica oder AC/DC. Diese beiden Namen schwirrten im letzten Jahr durch die Zeltstätten. 25 Jahre Wacken – von Anfang an schrie das nach einem Headliner der besonderen Art. Die Veranstalter ließen verlauten, dass es jemand sein würde, der noch nie vorher auf dem Festival gespielt hat. Die Urgesteine der Szene erfüllten somit alle Anforderungen. Mittlerweile weiß man allerdings: Sie werden es nicht. Und so entflammte die Suche nach einem passenden letzten Träger des Jubiläums-Festivals.
Leider zeigten sich die Anhänger der harten Klänge dabei bisher wenig versöhnlich. Ihre Enttäuschung und Unsicherheit wurde in den letzten Monaten immer deutlicher. Nach ersten Protesten gegen vorschnelle Nörgler, die bereits nach einem eher unspektakulären Band-Adventskalender ihre Tickets verbal in kleine Stücke rissen, folgen nun immer mehr, die deutlichen Unmut zeigen. Vor allem im Vergleich zum letzten Jahr, in dem nahezu riesige Namen wie Rammstein, Alice Cooper und Nightwish ins Rennen geworfen wurden, sei das diesjährige Line-Up eine Frechheit.
„doll ist es nicht, was dieses jahr da kommt- headliner sind nicht in sicht- eigentlich schon fast schade um das geld, wenn da zum jubiläum nichts gescheites kommt, wie solls dann erst nächstes jahr werden“, schreibt ein enttäuschter Metaler. Und eine Leidensgenossin ergänzt: „Und der Vorverkauf für 2015 findet definitiv ohne mich statt, das ist sicher. Ist mir zuviel Kommerz und Geldmacherei geworden. Schade :((((„

Tatsächlich ist es vor allem dieser Punkt, der immer mehr eingefleischte Szenen-Mitglieder zum Rückzug treibt. Der Hype um das Festival im deutschen Norden führt zwangsweise zu einer Verschiebung in Richtung derjenigen, die um des Feelings wegen gehen; nicht weil sie die Musik lieben. Schon im letzten Jahr wimmelte es in der mittlerweile ausgebesserten Ticket-Tauschbörse von Hardcore-Mitschwimmern, die so gern vom Strom der guten Festivallaune mitgerissen werden wollten. Viele traurige Smileys, öffentlich verarbeitete Schicksalsschläge. Diese Mittel entnervten sowohl Verkäufer als auch Suchende.
Kein Wunder also, dass Alternativen gesucht werden.

Die Hoffenden ersehnen nun, 65 Tage vor Festivalbeginn, eine fulminante Enthüllung, wie es zur Feier des Jubiläums passend wäre. Der letzte Headliner, ausgerechnet der für die Night to remember, der neben Slayer, Avantasia & Co. das Vierteljahrhundert des W:O:A repräsentieren wird, wurde noch nicht bekannt gegeben.

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