Cloud Atlas

Bis zur Unendlichkeit: Eine Reise durch Zeit und Raum

„Cloud Atlas“ kam Ende 2012 in die deutschen Kinos und hinterließ erschöpfte Zuschauer. Sechs Handlungsstränge, eingeflochten in 172 Minuten Spielzeit. Doch die Erschöpfung war meist positiv: Es ist ein Film, der zum Nachdenken anregt, und der für die, die sich darauf einlassen, ihn vollends zu verstehen und zu beobachten, eine Menge Überraschungen bereithält.

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Auf der Grundlage von David Mitchells Buch „Der Wolkenatlas“ wurde der starbesetzte Film von Tom Tykwer und Andrew und Lana Wachowski umgesetzt und produziert.
Die Komplexität der Geschichte, in der alle Handlungsstränge einander beeinflussen, obwohl sie in verschiedenen Zeiten spielen, wird durch den Einsatz der Darsteller noch verstärkt. Wer genau hinsieht wird erkennen, dass die meisten von ihnen in mindestens drei Teilgeschichten vertreten sind; Hauptakteure wie Tom Hanks, Halle Berry und Hugh Grant sogar in allen sechs. Doch man muss oft suchen, um sie zu erkennen.
So passiert es, dass die Handlung sich im Laufe der 172 Minuten sortiert, während die Zuschauer die Charaktere einordnen. Was erst kompliziert ist, wird immer leichter zu verarbeiten, bis einem schließlich alle Verbindungen klar sind und man die Tragweite der Zusammenhänge erfassen kann.
Wer leichte Kost für einen gemütlichen Fernsehabend sucht, tut sich und auch „Cloud Atlas“ keinen Gefallen, wenn er oder sie diesen Film aussucht. Denn ein ausgeschaltetes Gehirn, das einfach Bilder aufnehmen will, wird dem Meisterwerk nicht gerecht. Viel eher wird der aufnahmeunfähige Zuschauer zu denen gehören, die sich über einen verwirrenden Ablauf beschweren, den man angeblich gar nicht verstehen kann.
„Cloud Atlas“ nimmt sich Zeit, um zu erklären, was erklärt werden muss. Vieles bleibt dem eigenen Denken überlassen. Für Langweile ist vor allem kurz vor Schluss, als alle sechs Ebenen ihre ganz eigenen, emotionalen Enden erleben und man recht hilflos ist bei der Entscheidung, wie man denn jetzt fühlen soll, kein Platz.
Die Alterseinschätzung von 12 Jahren unterschreitet definitiv das, was an Verständnis vorhanden sein sollte. Jüngere Zuschauer werden wohl eher von den beeindruckenden Kulissen und Drehorten fasziniert.
Für ältere Zuschauer lohnt sich die konzentriert investierte Zeit aber definitiv. Ein Juwel für Filmfans!

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